Ziele und Aktivitäten der Arbeitsgruppe Digitale Romanistik

poster / demo / art installation
Authorship
  1. 1. Christof Schöch

    Universität Würzburg (Julius Maximilian University of Wurzburg)

  2. 2. Isabel von Ehrlich

    LMU München

  3. 3. Hanno Ehrlicher

    Universität Augsburg

  4. 4. Annette Gerstenberg

    FU Berlin

  5. 5. Tobias Kraft

    BBAW Berlin

  6. 6. Nanette Rißler-Pipka

    Universität Siegen

  7. 7. Harald Völker

    Universität Würzburg (Julius Maximilian University of Wurzburg)

  8. 8. Ulrike Mühlschlegel

    Ibero-Amerikanisches Institut

Work text
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Einleitung
Mit dem hier beschriebenen Poster möchte die Anfang 2014 gegründete Arbeitsgruppe
Digitale Romanistik, die beim Deutschen Romanistenverband (DRV) angesiedelt ist,
ihre Ziele und Aktivitäten vorstellen. Zentrales Anliegen der Arbeitsgruppe ist
es, die Romanistik mittelfristig und nachhaltig in den digitalen
Geisteswissenschaften zu verankern. Daher sieht die AG die Poster-Präsentation
bei der DHd-Tagung einerseits als Gelegenheit, die Vertreter_innen der Digitalen
Geisteswissenschaften über die Existenz und Aktivitäten der Arbeitsgruppe zu
informieren. Diese Aktivitäten haben zuletzt insbesondere die Themen
Langzeitarchivierung von Forschungsdaten und Verbreitung von digitalen Methoden
betroffen. Andererseits verfolgt die AG mit dem Poster bei der DHd-Tagung auch
das Ziel, mit vergleichbaren Initiativen (andere Arbeitsgruppen,
Infrastrukturen, Verbänden, Disseminations-Initiativen) zum Thema der Rolle
digitaler Daten, Methoden und Tools in einzelnen Disziplinen ins Gespräch zu
kommen.

Arbeitsgruppe Digitale Romanistik
In der Romanistik wird zunehmend wahrgenommen, wie der geisteswissenschaftliche
Alltag seit einigen Jahren tiefgreifenden und nachhaltigen Veränderungsprozessen
unterliegt, die auf der gesellschaftlich und technologisch bedingten
Bedeutungszunahme und zunehmenden Selbstverständlichkeit der Verwendung von
digitalen Medien, elektronisch verfügbaren Informationen und computergestützten
Werkzeugen beruhen. Die weitreichende und immer stärkere Vernetzung der
Forschenden, die schnellere Kommunikation von Forschungsergebnissen und die
zunehmende Digitalisierung der Forschungsgegenstände sind in diesem Kontext nur
drei zentrale Aspekte eines weitreichenden Prozesses, der bekanntlich häufig
unter dem Stichwort der „Digitalen Geisteswis­senschaften“ verhandelt wird. Der
Vorstand des Deutschen Romanistenverbands hat die Einrichtung der Arbeitsgruppe
„Digitale Romanistik“ gut geheißen, weil es sich hier gleichermaßen um ein
wissenschaftliches und wissenschaftspolitisches Arbeitsfeld handelt. Die
deutschsprachige Romanistik sollte über die Möglichkeit verfügen, sich in die
zunehmend wichtigen Prozesse von Standard- und Normsetzungen in diesem Bereich
einbringen zu können.

Ziele der Arbeitsgruppe
Das übergeordnete Ziel der Arbeitsgruppe „Digitale Romanistik“ ist es, die
Konsequenzen der Digitalisierung in ihren Herausforderungen und Chancen für
unterschiedliche Fachgebiete und Teilaspekte zu reflektieren. Dies bedeutet, die
spezifische Perspektive der romanistischen Sprach-, Literatur-, Kultur- und
Medienwissenschaften sowie der Fachdidaktik auf die Digitalisierung sichtbar zu
machen und die Bedürfnisse der Romanistik an digitale Datenbestände,
Infrastrukturen, Ausbildungsmöglichkeiten, Förderstrategien und vieles mehr zu
formulieren. Die Arbeitsgruppe möchte auf diese Weise den DRV und die Romanistik
als Fach dabei unterstützen, zu den anstehenden Fragen eigene Positionen weiter
zu entwickeln, Empfehlungen für Zukunftsstrategien zu formulieren, sich aktiv an
nationalen und europäischen Prozessen zu beteiligen sowie das bedeutende Gewicht
der Romanistik in den Geisteswissenschaften auch im Bereich der digitalen
Geisteswissenschaften gegenüber Forschungsförderern, Universitätsleitungen und
der breiteren Öffentlichkeit deutlich zu machen. Außerdem wollen wir
Ansprechpartner für Kolleg_innen sein, die mit konkreten Fragen zum Thema
"Digitale Romanistik" an die Arbeitsgruppe heran treten möchten, weiterführende
Informationen benötigen oder eine strategische Beratung suchen.

Erster Schwerpunkt: Langzeitarchivierung von digitalen Forschungsdaten für die Romanistik
Das erste Schwerpunktthema der Arbeitsgruppe war die Langzeitarchivierung von
digitalen Forschungsdaten für die Romanistik unter den veränderten
Rahmenbedingungen in den letzten beiden Jahrzehnten. Die AG hat im Winter
2014 eine Umfrage zu den aktuellen Diskussionen und Bedürfnissen der
Fachwissenschaftler_innen in der Romanistik durchgeführt. Ziel war es, die
romanistischen Bedürfnisse auf diesem Wege zu ermitteln, um sie in die
aktuellen Strukturdebatten innerhalb der DFG, zwischen den Fachverbänden und
an den Universitäten einbringen zu können. Aus den Ergebnissen der Umfrage
leiten sich aus Sicht der AG Digitale Romanistik mehrere Schlussfolgerungen
ab:
+ Texeditionen, Korpora und andere digital vorliegende Forschungsdaten werden intensiv und auf vielfältige Weise genutzt.
+ Es besteht Handlungsbedarf, da tragfähige Konzepte der Langzeitarchivierung fehlen.
+ Es besteht Informationsbedarf, um die zukünftigen Nutzer_nnen in den
Entwicklungsprozess einzubeziehen.
+ Es sollte ein Weg zwischen "Insellösungen" (Zergliederung des Angebots) und einer klaren fachbezogenen Identität gefunden werden.

Aktueller Schwerpunkt: Verbreitung digitaler Methoden in der Romanistik
Der derzeitige Schwerpunkt der Arbeit der Arbeitsgruppe bezieht sich darauf, die Verbreitung digitaler Methoden in der Romanistik zu unterstützen. Dies geschieht insbesondere durch drei Aktivitäten: Erstens die Sammlung laufender romanistischer Forschungsprojekte und aktueller romanistischer Publikationen mit Bezug zu digitalen Methoden. Zweitens durch die Vermittlung und Durchführung von kleineren Methodenworkshops, die in ausgewählte Verfahren der digitalen Geisteswissenschaften spezifisch für ein romanistisches Publikum einführen. Und drittens durch die Publikation von Überblicksbeiträgen, die über die Forschungsaktivitäten in der digitalen Romanistik informieren und so den Austausch und die Netzwerkbildung befördern.
Wichtig scheint es aus Perspektive der Arbeitsgruppe Digitale Romanistik darüber hinaus, dass sich auch in den Fächern Kommunikationsstrukturen etablieren, über die dem digitalen Paradigma in den Fächern mehr Geltung verschafft wird und auf deren Grundlage sich die am Thema interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vorbereitende Gespräche zur Anbahnung von Kooperationen führen können. Es geht also neben der Kommunikation mit den anderen Fächern auch um die Schaffung von Strukturen innerhalb der Fächer.

Weiterführende Informationen
Webseite der "Arbeitsgruppe Digitale Romanistik" des DRV Deutschen
Romanistenverbandes unter:
Arbeitsgruppe Digitale Romanistik (2013-*): "Isabel von
Ehrlich, Hanno Ehrlicher, Annette Gerstenberg, Tobias Kraft, Ulrike
Mühlschlegel, Nanette Rißler-Pipka, Christof Schöch, Harald Völker -
Kontakt: Kontakt: digitaleromanistik@gmail.com", in: DRV Deutscher Romanistenverband .http://www.deutscher-romanistenverband.de/der-drv/ag-digitale-romanistik/
[letzter Zugriff 08. Januar 2016].

Schwerpunktthema "Langzeitarchivierung von Forschungsdaten" unter: Arbeitsgruppe Digitale Romanistik (2014-*):
"Langzeitarchivierung von Forschungsdaten", in: DRV Deutscher
Romanistenverband. http://www.deutscher-romanistenverband.de/der-drv/ag-digitale-romanistik/lza/
[letzter Zugriff 08. Januar 2016].

Schöch, Christoph (2014): “Zur Einrichtung einer
DRV-Arbeitsgruppe Digitale Romanistik”, in: Mitteilungsheft
des DRV
https://zenodo.org/record/11807?ln=en [letzter Zugriff 08. Januar
2016].

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Conference Info

In review

DHd - 2016
"Modellierung - Vernetzung – Visualisierung: Die Digital Humanities als fächerübergreifendes Forschungsparadigma"

Hosted at Universität Leipzig

Leipzig, Germany

March 7, 2016 - March 11, 2016

160 works by 434 authors indexed

Conference website: http://dhd2016.de/

Contributors: Patrick Helling, Harald Lordick, R. Borges, & Scott Weingart.

Series: DHd (3)

Organizers: DHd