Briding the GAP: 100 Jahre Dialektlexikographie als Cloud Service. Der SADE Use Case im DARIAH Competence Centre

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Authorship
  1. 1. Eveline Wandl-Vogt

    Österreichische Akademie der Wissenschaften, Austrian Centre for Digital Humanities

  2. 2. Roberto Barbera

    Institutio Nationale de Fisica Nucleare

  3. 3. Guiseppe La Rocca

    Institutio Nationale de Fisica Nucleare

  4. 4. Antonio Calanducci

    Institutio Nationale de Fisica Nucleare

  5. 5. Tibor Kalman

    Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mgH Göttingen

Work text
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Intro
In den Naturwissenschaften ist es seit mehreren Jahrzehnten undenkbar, exzellente Forschung nicht auf Basis elektronischer Forschungsinfrastrukturen zu betreiben bzw. sich diese zu Nutze zu machen. Anders ist dies in den Geisteswissenschaften, wo es nach wie vor zu den Ausnahmen gehört, sich elektronische Forschungsinfrastrukturen für die eigene Forschungsarbeit einzusetzen.
Um diese Lücke zu schließen, wurde das Projekt EGI ENGAGE – DARIAH Competence
Centre gestartet (Näheres s.u.).
In diesem Paper diskutieren die Autor.innen beispielhaft den Einsatz und die
Zusammenarbeit zweier sehr unterschiedlicher Anbieter von europäischen
Forschungsinfrastrukturen, nämlich Digital Research Infrastructures for the Arts
and Humanities European Research Infrastructure Consortium (DARIAH-ERIC (cf.
DARIAH) und European Grid Infrastructure (EGI 2010-*).

Die Ausgangsprojekte: EGI ENGAGE, DARIAH CC, exploreAT! und COST ENEL
Das Projekt EGI ENGAGE – Engaging the Research Community towards an Open Science
Commons (EGI 2015-*) – startete am 1. März 2015 unter Mitfinanzierung der
Europäischen Kommission (Horizon2020) mit einer Projektlaufzeit von 30 Monaten
und in Zusammenarbeit von mehr als 70 Institutionen in über 30 Ländern. Die
Projektmission ist, Open Science Commons für die Forschungsgemeinschaften zu
erschließen, und Zugang zu bzw. Nutzung von elektronischen Infrastrukturen für
die Forschung zu schaffen, und somit innovative Forschung zu fördern.
Zu diesem Zweck wird mit Forschungsinfrastrukturanbietern unterschiedlicher Disziplinen zusammengearbeitet, unter anderem mit DARIAH-ERIC.
Im Workpackage DARIAH Competence Centre (cf. EGI-DARIAH Competence Center) werden
im besonderen Forscher_innen aus den Arts und Humanities angesprochen und
eingeladen, elektronische Infrastrukturen zu nutzen.
Übergeordnete Ziele des Competence Centre sind
(1) die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen DARIAH-EU und EGI,basierend auf Workflow-orientierten Gateway-Applikationen und der extensiven Nutzung von Applikationen aus den Arts und Humanities in der EGI Cloud (EGI FedCloud).
(2) die Vermehrung der zugänglichen e-Science Sercives und Applikationen für die Forscherinnen der Arts und Humanities sowie die Integration existierender NGI Ressourcen in EGI
(3) das Bewusstsein von möglichen Vorteilen (Stichwort „exzellente Forschung“) durch elektronische Infrastrukturen und e-Science Technologien für Forscher.innen der Arts und Humanities zu wecken bzw. zu stärken, indem man Konditionen schafft für nachhaltige Steigerung einer wachsenden Community von den Arts und Humanities und in den Social Sciences
(4) die Arbeit, die mit anderen Initiativen gestartet wurde wie zB. DC-NET
(2009-2012), DCH-RP (2012-2014) auszuweiten und Ergebnisse für die Arts und
Humanities konkret nutzbar zu machen und zu implementieren.
Für das DARIAH-CC werden Miniprojekte pilotmäßig umgesetzt. Im konkreten Paper
stellen die Autor.innen den SADE Use Case (Näheres s.u.) vor, in welchem die
„Datenbank der bairischen Mundarten in Österreich (DBÖ)“ basierend auf
unterschiedlichen Formaten und Arbeitschwerpunkten – Archivierung,
Digitalisierung (cf. Wandl-Vogt 2007-*), technische Professionalisierung und
Georeferenzierung (cf. explore.AT (2015-*), semantisch-kulturelle Vernetzung
(Näheres s.u.; cf. COST-ENeL 2013-*)- weiterentwickelt wird. Im Rahmen des
laufenden Nationalstiftungsprojekts exploreAT! (1. April 2015; 48-60 Monate)
werden methodisch neue Wege der Lexikographie erprobt. Schwerpunkte der
aktuellen Arbeit liegen in der semantisch-kulturellen Vernetzung (Linked Open
Data), visuellen Analyse, der Entwicklung von Serious Games sowie einer
Erarbeitung und Umsetzung von Bürgerbeteiligungsmodellen (Citizen Science) und
der Implementierung von Open Science. Methodisch werden damit Schritte in
Richtung eines neuen digitalen Wörterbuchs (WBÖ 3.0) gesetzt.
Die Ergebnisse werden mittels bestehender Netzwerke wie vor allem der DARIAH
Arbeitsgruppe Lexical Resources und des COST Netzwerks IS 1305 zur
elektronischen Lexikographie (ENeL 2013-2017; Davidovic 2015 et al.) im
europäischen Kontext eingebettet, reflektiert und diskutiert. Für den SADE Use
Case stellen diese Communities erste – aber nicht ausschließliche –
Anlaufstellen für Zusammenarbeit dar.

Der SADE Use Case
SADE – kurz für: Storing and Accessing DARIAH content on EGI – sieht die Entwicklung eines kompletten Workflows für Forscher.innen im Bereich lexikalische Ressourcen / Lexikographie dar.
Ausgehend der Beispielsammlung der ÖAW – zunächst der Daten aus dem Projekt
dbo@ema (2007-) – und in Kontext mit Kooperationspartnern dieses Projekts, beispielsweise dem Naturhistorischen Museum Wien, Wikimedia.AT, Open Knowledge Foundation Österreich, Europeana, sowie der Partner aus DARIAH und COST ENeL, wird ein lexikalisches Netzwerk für kulturelle Fragestellungen erschlossen.

Ein erster Schritt für die Nutzung von Science Commons ist die Entwicklung von
Science Gateways. Diese tragen nachweislich zur vermehrten Nutzung von
Infrastrukturen in den jeweiligen Forschungsbereichen / Disziplinen bei (cf.
Balasko et al. 2013). Ob ein Science Gateway für DARIAH CC oder für einen
Forschungsbereich eingerichtet wird, ist derzeit nicht endgültig entschieden.
Das Gateway beruht auf Adaptierungen und fallspezifischen Erweiterungen von
gUSE/WS-PGRADE (gUSE 2009-*) sowie gLibrary (cf. gLibrary) Technologien. Es wird
gemäß den Erwartungen und Bedürfnissen der Lexikograph.innen angepasst und
weiterentwickelt.
Um eine Verbindung zwischen den sehr unterschiedlichen Forscher.innengruppen
herzustellen, finden unter anderem Vernetzungstreffen statt, z. B. Februar 2015:
COST-ENeL-meeting in Wien; Dezember 2015: DARIAH-COST-meeting zu Common Names in
Wien.
Die Ergebnisse des SADE Use Case werden umgekehrt im COST-EneL-Netzwerk zur Diskussion gestellt, um User Interessen auf breiter Basis einzuholen und in die Weiterentwicklugn der Infrastruktur einzubringen.
Für die Nutzung der Cloud von essentieller Bedeutung ist das Vorhandensein einer
inzwischen eingerichteten Virtuellen Organisation für die Arts und Humanities –
vo.dariah.eu (vgl. EGI-VO (joined EGI 01072011).

Forschungsparadimenwechsel im Blickwinkel der Zusammenarbeit
Zusammenfassend wird das vorgestellte Projekt unter dem breiten Blickwinkel der
Workplace-Innovation (Kesselring 2014 et al.) diskutiert. Dabei wird der
Schwerpunkt auf folgende Punkte gelegt:
(1) Produktinnovation
Durch die Zusammenarbeit entstehen neuen „Produkte“ wie beispielsweise ein Science Gateweay für die Geisteswissenschaften.
Für die Arts und Humanities wird beabsichtigt, Produkte zu entwickeln, die Folge-innovationen bedingen und den Forschungsprozess stimulieren.
(2) Prozessinnovation
Die Zusammenarbeit im interdisziplinären, internationalen, interkulturellen, multilingualen Kontext bedingt Veränderungen laufender Forschungsprozesse bzw. zielt sogar teilweise von Beginn an auf eine derartige Veränderung und Innovation ab.
Durch die Implementierung in bestehende Forschungsnetzwerke und die Anbindung an
aktuelle Forschungsfragen auf europäischem Niveau soll sichergestellt werden,
dass es sich nicht nur um Projektinnovationen – z. B. eine neue Datenspeicherung
für die dbo@ema handelt – sondern dass
dadurch neue Forschungs- und Entwicklungsprozesse angestoßen werden.
(3) Organisationsinnovation
Die Einbettung in das Forschungsparadigma digitaler Infrastrukturen und Cloud
Services bedingt Organisationsinnovationen, wie beispielsweise die Gründung der
virtuellen Organisation für DARIAH, der Working Group Cloud Services in DARIAH
u. ä.

Nach der Implementierung der Services aus dem SADE Use Case soll eine Impactmessung der Workplaceinnovation entwickelt werden.
An einer Maximierung der positiven Wirkungen der technischen Neuerungen flankierend durch soziale Innovationen am Beispielfall der digitalen Lexikographie wird gearbeitet.

Bibliographie

Balasko, Akos / Farkas, Zoltan / Kacsuk, Peter (2013):
„Building science gateways by utilizing the generic WS-PGRADE/gUSE worklfow
sytem.“, in: Computer Science Journal 14, 2: 307-325.

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In review

DHd - 2016
"Modellierung - Vernetzung – Visualisierung: Die Digital Humanities als fächerübergreifendes Forschungsparadigma"

Hosted at Universität Leipzig

Leipzig, Germany

March 7, 2016 - March 11, 2016

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Contributors: Patrick Helling, Harald Lordick, R. Borges, & Scott Weingart.

Series: DHd (3)

Organizers: DHd