Digitales Publizieren im Spiegel der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften: Eine Standortbestimmung

poster / demo / art installation
Authorship
  1. 1. Henrike Fricke-Steyer

    Forschungsverbund MWW

  2. 2. Lisa Klaffki

    Forschungsverbund MWW

Work text
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Die Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften ist ein open access Forschungsperiodikum, das sich Themen an der Schnittstelle von geisteswissenschaftlicher und digitaler Forschung widmet. Adaptionen von Informatik und Informationswissenschaft eröffnen der Gesamtheit der Geisteswissenschaften neue Wege der Wissenserschließung, tragen zur Etablierung neuer Forschungsansätze bei und liefern neue Möglichkeiten der Auf- und Nachbereitung von Quellen, Dokumenten, Daten und Medien. Die Verknüpfung von technischen Innovationen und geisteswissenschaftlichen Forschungsfragen bildet die Grundlage zu einer Standortbestimmung der digitalen Geisteswissenschaften.

Mit der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften bietet der Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW) in Zusammenarbeit mit dem Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd) seit 2015 ein Forum zur Präsentation und Diskussion von Forschungsergebnissen im Kontext der Digital Humanities. Die Geisteswissenschaften richten ihr Augenmerk zunehmend auf Fragestellungen, die digitale Möglichkeiten in ihre Überlegungen einbeziehen oder diese vermehrt zum Ausgangspunkt ihrer Forschungen und Projekte machen. Auch lassen sich alte Fragestellungen mit Hilfe digitaler Methoden neu bearbeiten, überprüfen oder auf wesentlich größere Korpora beziehen. Von der Digitalisierung der Primärquellen bis zur Änderung der Publikationskultur und Fachkommunikation unter digitalen Bedingungen reichen die Möglichkeiten, auf denen solche Fragestellungen basieren oder von denen sie ausgehen können. Die Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften versteht sich als Organ, das all diese Entwicklungen disziplinenübergreifend begleitet und auch die philosophischen, politischen, sozialen und kulturellen Implikationen und Konsequenzen beleuchtet, die der digitale Wandel mit sich bringt. Durch ein klares Bekenntnis zu Open Access sind die Beiträge für alle zugänglich, durch die Verfügbarkeit der Beiträge als XML stehen auch sie als potentielles Quellenmaterial für weitere Forschungen zur Verfügung.

Da digitale Veröffentlichungsformen
zunehmend als vollwertige wissenschaftliche Publikation an Bedeutung
gewinnen und neben die traditionellen Publikationsformate gedruckter
Monographien oder Zeitschriftenartikel treten (Kohle 2017: 199), liegt
es nahe, die digitale Publikationsform selbst zum Gegenstand des
Erkenntnisinteresses zu machen. Die mittlerweile fünfjährige
Publikationstätigkeit der Zeitschrift für digitale
Geisteswissenschaften bietet Anlass, auf die bisherige Arbeit
zurückzublicken und auszuloten, inwieweit die (technisch möglichen)
Spielräume genutzt werden. Das Poster möchte daher im Spiegel der
bisher veröffentlichten Artikel auf die Landschaft des Digitalen
Publizierens blicken und dabei folgende Aspekte thematisieren:

Autorschaften (kollaborativ oder einzeln)
Einbindung multimedialer Inhalte
Publikation / Verbindung mit Forschungsdaten
Fachliche Zuordnung(en) der Artikel
Gewähltes Peer Review-Verfahren (Post- oder Prepublication) (Amsen 2014)
Metriken (Zugriffszahlen und Downloads)
Wissenschaftliche Rezeption der Artikel

Dazu sollen die bis zur Konferenz erschienenen Beiträge bzw. deren Metadaten auf die genannten Aspekte hin quantitativ ausgewertet werden und die Ergebnisse dem Konferenzmedium Poster angemessen visualisiert werden, etwa durch den Einsatz von Diagrammen und Wortwolken. Diese Bestandsaufnahme versteht sich auch als Beitrag zur Diskussion um die Entwicklung des Bereichs des Digitalen Publizierens (DHd-Arbeitsgruppe 2016, Überarbeitung in Vorbereitung). 
Denn das Potential digitaler Veröffentlichungen liegt gerade auch in der Interaktionsfähigkeit dieser mit anderen medialen Formen, die Einbindung multimedialer Inhalte (Maciocci 2017) bis hin zu sogenannten Enhanced Publications (Degwitz 2015), dem Vernetzen mit anderen Online-Ressourcen durch Linked Open Data oder der parallelen Publikation von Artikel und Forschungsdaten bzw. sogenannten Data Papers. Deshalb soll hier exemplarisch geprüft werden, inwieweit diese Möglichkeiten, die technisch umsetzbar sind, von den AutorInnen auch bei der Konzeption ihrer Artikel genutzt werden, um einen Status Quo des Digitalen Publizierens zu bestimmen. 
Mit Blick auf sich aktuell abzeichnende Entwicklungen, beispielsweise im Bereich Open Peer Review (Ross-Hellauer 2017), möchte das Poster auch Kommunikationsanlass sein, um künftige Spielräume mit der Fachcommunity zu durchmessen und zu öffnen.

Bibliographie

Amsen, Eva
(2014): “What is post-publication peer review?”, in: Blogpost auf F1000 Research Blog.
https://blog.f1000.com/2014/07/08/what-is-post-publication-peer-review/
[letzter Zugriff: 14.10.2018].

Degkwitz, Andreas
(2015): “Enhanced Publications Exploit the Potential of Digital Media”, in: Evolving Genres of ETDs for Knowledge Discovery. Proceedings of ETD 2015 18th International Symposium on Electronic Theses and Dissertations 51–59.

DHd-Arbeitsgruppe
(2016): "Digitales Publizieren", in: DHd-Arbeitsgruppe (eds.): Working Paper "Digitales Publizieren"
http://diglib.hab.de/ejournals/ed000008/startx.htm
[letzter Zugriff: 26.09.2019].

Kohle, Hubertus
(2017): “Digitales Publizieren” in: Jannidis, Fotis / Kohle, Hubertus / Rehbein, Malte (eds.): Digital Humanities. Eine Einführung. Stuttgart: Metzler Verlag 199–205.

Maciocci, Giuliano
(2017): "Designing Progressive Enhancement Into The Academic Manuscript: Considering a design strategy to accommodate interactive research articles", in: Blogpost auf eLife Sciences.
https://elifesciences.org/labs/e5737fd5/designing-progressive-enhancement-into-the-academic-manuscript
[letzter Zugriff: 14.10.2018].

Ross-Hellauer, Tony
(2017): “What is open peer review? A systematic review“,
in: Blogpost auf F1000 Research Blog
https://f1000research.com/articles/6-588/v2
. [letzter Zugriff 26.09.2019].

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Conference Info

Incomplete

DHd - 2020
"Digital Humanities zwischen Modellierung und Interpretation"

Hosted at Universität Paderborn

Paderborn, Germany

March 2, 2020 - March 6, 2020

130 works by 320 authors indexed

Conference website: https://zenodo.org/record/3666690

Contributors: Patrick Helling, Harald Lordick, R. Borges, & Scott Weingart.

Series: DHd (7)

Organizers: DHd